Medienpädagogisches Manifest - Keine Bildung ohne Medien
Zentrale medienpädagogische Einrichtungen in Deutschland veröffentlichten im März 2009 das “Medienpädagogische Manifest - KEINE BILDUNG OHNE MEDIEN!” (pdf) Sie fordern darin eine dauerhafte und nachhaltige Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen.
Bis Anfang Dezember 2009 haben über 60 Professorinnen und Professoren an Hochschulen (mit einem Schwerpunkt im Bereich Medienpädagogik/-forschung/-wissenschaft) das Manifest unterzeichnet. Weitere 120 Personen und Einrichtungen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen haben ebenfalls das Manifest unterstützt. Zu ihnen gehören auch mehrere Dachverbände sowie medienpolitische Sprecher/-innen verschiedener Parteien (Bundestag und Länderparlamente).
Die Initiative plant weitere Aktivitäten, um ein breites gesellschaftliches Bündnis für Medienkompetenzförderung in Deutschland zu schließen. Als erster Schritt wurde nun eine Webseite eingerichtet, die in nächster Zeit schrittweise ausgebaut wird (u.a. Blog/ Forum mit Möglichkeit zu Kommentaren).
Die Hauptforderungen sind:
- Damit alle Kinder und Jugendlichen die Chance erhalten, ihre Medienkompetenzen zu erweitern, müssen medienpädagogische Programme vor allem in den Einrichtungen der Elementarpädagogik sowie in der Jugend-, Familien- und Elternbildung verstärkt werden.
- Im Schulalltag hat sich Medienpädagogik als Querschnittsaufgabe für alle Fächer bislang nicht durchgesetzt. In der aktuellen Diskussion zur Schulreform (z.B. Ganztagsschulen) müssen für alle Schulformen auch Bildungsstandards für Medienkompetenz vereinbart und entsprechende medienpädagogische Inhalte in Curricula verbindlich verankert werden.
Dieser Prozess muss durch Evaluationsstudien und Programme zur Qualitätssicherung sowie durch nachhaltige Fortbildungsmaßnahmen für alle Lehrpersonen und pädagogischen Fachkräfte unterstützt werden. - Einen besonderen Schwerpunkt stellen pädagogische Angebote für Heranwachsende aus Migrationskontexten und bildungsbenachteiligten Milieus sowie Angebote zur geschlechtersensiblen Arbeit dar. Dafür müssen stärker als bisher die Einrichtungen der außerschulischen Kinder? und Jugendarbeit genutzt werden. Eine Intensivierung der Medienprojekte in diesem Bereich ist durch die Verbesserung der Infrastruktur und der personellen Ausstattung sowie durch kontinuierliche öffentliche Mittel zu sichern. Medienpädagogik ist im Kontext kultureller Bildung erheblich mehr zu fördern.
- In der Ausbildung von Erzieher/innen, Lehrer/innen, Erwachsenenbildnern/innen und Sozialpädagogen/innen ist generell eine medienpädagogische Grundbildung als verbindlicher Bestandteil der pädagogischen Ausbildung zu verankern. Daneben müssen spezifische medienpädagogische Ausbildungen in Form von Master?Studiengängen und als Wahlpflichtbereiche in anderen Studiengängen angeboten werden. Voraussetzung hierfür ist der erhebliche Ausbau medienpädagogischer Professuren und Lehrstühle mit Infrastruktur an den Hochschulen.
- Während es zur quantitativen Mediennutzung diverse Studien gibt, mangelt es nach wie vor an tieferreichenden Untersuchungen, die die Mediennutzung in sozialen Kontexten differenziert und prozessbezogen analysieren, auch im Sinne von Grundlagenforschung. Notwendig ist vor allem eine deutliche Verstärkung der Mediensozialisationsforschung und der medienpädagogischen Begleit- und Praxisforschung.
Sprecher der Initiative ist Prof. Dr. Horst Niesyto.
Tags: Manifest, Medienpädagogik
Dec 11, 2009
Super Initiative! Medienkompetenz kann nicht per CD installiert werden, sondern kann nur durch einen aktiven Dialog zwischen Kindern, Eltern und Lehrern wachsen, das ist meine Überzeugung. Und daher haben wir kinkon.de auch schon von vorneweg mit genau diesem Ansatz entwickelt: Eltern können Ihre Kinder an die Hand nehmen, und genau so wie Sie ihre Kinder an den Strassenverkehr heranführen, auch die digitale Autobahn erklären.
Was die Erziehung unserer Kinder angeht, so sehe ich uns Eltern an erster Stelle in der Verantwortung. Wer, wenn nicht wir hat sollte das tun? An nächster Stelle natürlich die Schulen - ich bin immer wieder überrascht was meine Zweitklässlerin teilweise schon an Transferleistung aus dort gelerntem zu Hause anbringt.
Trotzdem sind externe Initiativen wichtig, und sinnvoll. Und die Zukunft liegt aus meiner Sicht in einer viel aktiveren und verstärkten Kooperation von Familien, Schulen und Organisationen - sowie Firmen die durch Services an sinnvollen Stellen (wie z.B. kinkon beim Erlernen des Mediums Internet) unterstützen.
Von daher würde ich mich freuen, wenn viele weitere Eltern, Lehrer, Freunde und Institutionen dieses Manifest unterstützen würden!
Viele Grüße
Peter K. Sanner